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Tag 23: Der Mate

Täglich eine Geschichte zu einem Gegenstand in meinem Haus Camper. 

Tag 23: Der Mate

Mate ist ein Tee, den man in Argentinien, Uruguay und Teilen Brasiliens trinkt. Meine Eltern sind Argentinier, sie trinken täglich Mate. Der Mate gehörte zu unseren Morgen dazu wie für andere der Kaffee. Nur: Mate-Behälter und -Trinkrohr ist jeweils nur einer im Umlauf. Das heisst, wenn jemand (es war immer Papa) das Mate-Wasser aufsetzt, dann ist dieser jemand der Herrscher über den Mate-Umlauf bis das Wasser leer ist. Diese Person füllt den Mate-Becher jeweils auf und übergibt ihn an eine Person, bis diese ihn ausgetrunken hat, füllt ihn wieder auf und gibt ihn der nächsten und so weiter.

Das klingt jetzt sehr viel zeremonieller, als es tatsächlich ist. Tatsächlich stellt Papa jeweils den Mate meiner Mama oder mir vor die Nase und wir trinken ihn so langsam, bis er nervös wird. Lustig: Mit Sandro (wir trinken jeden Morgen Mate) ist das Spiel dasselbe.

Einmal hat mich jemand vor Publikum gefragt, was das argentinischste an mir sei. Ich antwortete: Das Mate-Trinken. Das Publikum hat gelacht. Danach kam sogar jemand zu mir und sagte: Du bist so lustig, dass du Teetrinken an dir am argentinischsten findest!

Die dachten alle, ich hätte einen Witz gemacht. Aber es ist so: Mate trinken ist Kultur. Das Teilen des Mate, das morgendliche Ritual, das Aufgiessen, die Tatsache, dass man Argentinier schon von Weitem an ihrer Thermoskanne erkennt.

Lass uns zuerst einen Mate trinken – das ist wohl der einzige Satz, der in Argentinien öfter gesagt als über die aktuelle Präsidentschaft geflucht wird.

Darum wäre meine Antwort noch heute dieselbe.

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Tag 22: Der Fischerhut

Als Mädchen klaut man normalerweise der Mutter die Kleider aus dem Schrank. Diesen Hut habe ich von meinem Papa stibitzt. Und so gut getragen, dass er ihn mir geschenkt hat. Das ist kein Modestück. Sondern ein richtiger Fischerhut aus Wolle, der seine Form für immer behält, egal was man mit ihm anstellt. Innen steht sogar: Superior Quality.

Früher haben wir Papa oft zum Fischen begleitet. Das ist zumindest in meiner Erinnerung so. Vielleicht war es auch nicht zu oft, aber du weisst ja, wie Kinderhirne sind. Wir waren anfangs immer völlig aufgeregt und schliesslich endlos enttäuscht, als wir dann regungslos am Kanal sitzen mussten und keinen Mucks von uns geben durften. Ich weiss noch genau, wie sehr ich mich gelangweilt habe.

Als ich dann etwas älter wurde, bin ich trotzdem mit. Da hatte ich bereits das Lesen entdeckt und konnte in Papa-Nähe gemütlich in meinem Buch versinken und vorbildlich still sein, um die Forellen ja nicht zu erschrecken.

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Tag 21: Der Anzünder

Im Leben muss man sich stets fragen: Will ich es bequem oder will ich das Richtige tun? Die heutige Welt gibt einem so viele Möglichkeiten, ohne Umwege und Störungen alle Arten von Dingen zu tun.

So ist es auch bei Anzündern. Im Laden hat es zwei Produkte: Den Anzünder-Dreierpack, alle nur einmal zu gebrauchen. Wenn ein Anzünder leer ist, schmeisst man ihn weg. Die sind nicht einmal gebaut, dass man sie auffüllen könnte. Und gleich daneben findet der interessierte Käufer den auffüllbaren Anzünder. Dieser kostet natürlich etwas mehr, sieht aber nicht viel anders aus als die Einweg-Anzünder.

Da steht man also vor dem Regal und muss sich entscheiden: Leichtes Leben oder mühsames Auffüllen. Wer das Richtige tut, wird nicht nur einen Anzünder gekauft haben. Er oder sie hat einen Anzündgehilfen mit an Bord geholt. Ein Ding, das mehr als nur seinen Zweck erfüllt. Denn wenn wir uns mit etwas beschäftigen (beim Auffüllen, zum Beispiel), bauen wir Beziehung auf. Dann schmeissen wir den Anzünder auch nicht einfach fort, sobald er Probleme macht. Dann passen wir auf ihn auf!

Unserer ist letztens auseinandergebrochen. Ich war schockiert, wie sehr ich schockiert war. Ich gedenke, diesen Anzünder so lange zu benutzen, dass er eine Daseinsberechtigung auf dieser Erde erlangt. Nicht so wie seine Einwegfreunde.

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Tag 20: Der Ohrring II

Ein Markt in Mexico City. Stundenlanges Schlendern. Amiga! Amiga! Amiga! Ich mag es, dass man in Mexiko von allen die Freundin ist.

Der alte Mann beim Ausgang hat nicht Amiga! nach mir gerufen. Er war so konzentriert beim Perlenauffädeln, das habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Immerhin sehe ich meistens nur Sandro, der völlig versunken Gitarre spielt. Das hat nichts mit der Konzentration dieses alten Mannes zu tun.

Sein Stand sah ausserdem so aus, als hätte er seit Wochen keinen Ohrring mehr verkauft. Da hilft es auch nicht, dass die Hälfte des Marktes dieselbe Art von Ohrringen anbietet. Obwohl wir gerade gehen wollten, hielt ich unser Grüppchen an und rannte noch einmal zurück zum Mann. Ich kaufte ihm ein Paar ab und hoffte, damit etwas Gutes getan zu haben.

Leider gab er mir nicht das Gefühl, sich über meinen Kauf zu freuen. Was lernen wir daraus? Kaufe nur etwas, wenn du es willst – und nicht, weil du sonst etwas erwartest. Denn entweder du wirst enttäuscht oder noch schlimmer: übers Ohr gehauen. Zum Glück lernte ich diese Lektion schon früh auf dieser Reise. Denn die alten Menschen werden weiter südlich nur noch herzallerliebster – und gewitzter!

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Tag 19: Der Wal

Wale leben im Ozean. Einige davon im Van und einer auf meinem Unterarm.

Wusstest du, dass Buckelwale diejenigen Wale sind, deren Gesang wir kennen und lieben? Dass nur die Männchen singen? Dass sie ihr Lied über die Jahre verändern und Wale, die sich noch nie getroffen haben, dieselben Lieder singen?

Wusstest du, dass es sein kann, dass Wale für die Hälfte der Bewegung in den Ozeanen verantwortlich sind? Dass man nicht weiss, warum Buckelwale aus dem Wasser hüpfen, und dass es einfach aus Spass sein könnte?

Jetzt weisst du es.

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Tag 18: Das Spängeli

Oder sollte ich besser sagen: die Spängeli. Da versucht man ein besserer Mensch zu sein, kämpft gegen jedes Plastiksäckli an, das sie einem andrehen wollen, bestellt Trinkhalme ab und vernichtet den Kellner mit einem bösen Blick, wenn er es vergisst – und dann verteilt man unwissentlich diese unsäglichen Spängeli-Nadeln(?) -Kleinteile(?) -Zähne(?) überall in Mittelamerika.

Das macht nicht nur Mama Erde böse, sondern auch mich selbst auf mich selbst. Denn das Schlimmste ist: Ich habe keine andere Wahl, als noch mehr dieser unsäglichen Plastikspängeli zu kaufen, die sich dann in Ministückchen selbst in die Natur entlassen und nie, nie, nie wieder zersetzen.

Ja, in der Schweiz hätte ich wohl die Möglichkeit, irgendwo ein Bambus- oder ein Tofuspängeli zu finden, aber hier in Nicaragua haben die meisten Leute andere Probleme, als biologisch wertvolle Spängeli in ihr Sortiment aufzunehmen.

Aber ich gebe mich noch nicht geschlagen. Ich benutze dieses nütige Spängeli bis zu seinem Lebensende und gebe mein Bestes, seinen Abfall zu bemerken und aufzusammeln. Bis mich mal wieder jemand hier besuchen kommt und vielleicht ein Spängeli bringt, bei dem ich kein schlechtes Gewissen haben muss.

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Tag 17: Der Türgriff II

Schon Tag 11 war dem Türgriff gewidmet. Ich erzählte die Geschichte von diesem neuen Türgriff und warum Zürich für den Van gefährlicher war als der Rest der Welt.

Es ist eine der Lieblingsfragen, vor allem von Amerikanern auf Instagram: Ist es gefährlich in XY? Als würden wir unser Leben wissentlich jeden Tag aufs Spiel setzen. Also nein, es ist nicht gefährlich, wenn man sich entsprechend verhält. Wenn man also nicht bei Nacht fährt oder auf der Suche nach Drogen ist.

Auf jeden Fall hat die Causa Türgriff eine interessante Wendung genommen. Und zwar wurden meine Eltern (selbst passionierte Camper) beim Übernachten auf einer Raststätte in Italien ausgeraubt. Aber El Salvador hat doch die höchste Mordrate der Welt, da sollte das doch passieren! In Mexiko sind doch die Kriminellen! Italien, da gibt es höchstens Taschendiebe!

Ja, es gibt sie überall, die Gauner.

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Tag 16: Die Shorts

Ich glaube, die Shorts habe ich damals in Buenos Aires gekauft. Vor mehr als fünf Jahren. Ich war unterwegs nach Uruguay zum Surfen und hatte das Gefühl, Surf-Shorts, das brauche ich jetzt. Wie es halt so ist mit Dingen, die man eigentlich nicht braucht.

Sie begleitete mich auf die verschiedenen Surftrips in den Jahren darauf und als ich mit Joggen begann, wurde sie meine Sommer-Jogging-Shorts. Tatsächlich trug ich sie ziemlich oft. Ich hegte nie eine grosse Liebe für die Shorts. Wie es halt so ist mit Dingen, die man eigentlich nicht braucht.

Bis das Internet zuschlug. Ich weiss gar nicht mehr, auf welcher Plattform das war, aber es ging um ein Foto, das diesem hier ganz ähnlich sieht. Ich, in den Shorts, nach dem Joggen. Irgendein anonymer Mann nahm es auf jeden Fall zum Anlass, meine “nicht vorhandenen” Hüften zu kommentieren.

Und von einem Moment auf den anderen hasste ich die Shorts. Der Typ hatte einen Punkt getroffen, von dem ich gar nicht wusste, dass ich ihn habe – und ich gab den Shorts Schuld daran: Das bin nicht ich, die Shorts macht mich so!

Ich verstaute sie ganz hinten im Van und wollte sie bei nächster Gelegenheit verschenken. Bis sie mir letztens nach Monaten wieder in die Hände fiel. Mir fiel sofort auf: Der Hass ist weg. Aber nicht der Shorts gegenüber, sondern mir selbst.

Auf dieser Reise habe ich mich und meinen Körper komplett neu kennengelernt. Das Gefühl und die Dankbarkeit, diesen Körper bewohnen zu dürfen, haben mich befreit von jedem Gedanken daran, dass er nicht gut genug sein könnte.

Dann findet der Typ halt, dass ich keine Hüften habe. Ich kann gehen, also habe ich offensichtlich welche. Und sowieso, warum geben wir so viel auf die Meinung von Menschen, mit denen wir ohnehin nichts zu tun haben wollen?

Joggt wieder in der Shorts: Gabs.

Joggt wieder in den Shorts: Gabs.

Tag 15: Frust statt Geschichte

Wir werden zugemüllt

Tag 14: Die Ananas-Rassel

In einem Anflug von Zugehörigkeitsdrang kaufte ich diese Ananas-Rassel in Portland. Weil Sandro ständig Gitarre spielt, dachte ich, ich könnte vielleicht mal am Lagerfeuer mitrasseln oder so. Er war von Anfang an kein grosser Fan meines Kaufs. Das ist er ohnehin selten. Doch man kann es ihm auch nicht verübeln. Niemand kann damit rechnen, dass ausgerechnet eine Ananas-Rassel einen in ein Abenteuer mit kanadischen Jünglingen und der mexikanischen Polizei manövrieren würde.

San Pancho ist ein kleiner Hippieort an der Pazifikküste Mexikos. Wir parkten den Van in einer ruhigen Seitenstrasse und beschlossen, dort zu schlafen. Gleich nebenan: ein verlotterter Van aus Quebec, auf dem Dach ein gutes Dutzend verlotterter Surfbretter. Da fühlt man sich gleich noch mehr zuhause.

Wir haben viel zu viel Spass in den Bars von San Pancho. Das Klima ist mild, Salz liegt in der Luft, an jeder Ecke spielt eine Band. Gegen Mitternacht (das ist für uns heutzutage wie für andere vier Uhr morgens) torkeln wir zum Van und sehen, wie sich die Jungs aus Quebec mit Musik die Nacht vertreiben. Ohne uns zu abzusprechen, wussten wir: Der Moment für die Ananas-Rassel ist gekommen. Wir holen sie aufgeregt hervor, setzen uns dazu und rasseln abwechselnd mit den Jungs mit.

Was wir in unserer Euphorie vergessen hatten: In San Pancho ist es verboten, auf der Strasse zu sitzen und Alkohol zu trinken. Wohl eine Antwort auf all die Hippies, die mit ihren Vans die Seitenstrassen bevölkerten. Bald wurden wir jedoch von der lokalen Polizei höchstpersönlich daran erinnert. Die Polizisten waren ziemlich humorlos und sagten Dinge wie “Wir sind hier in Mexiko, hier gelten unsere Regeln”. Die Jungs stellten sich doof (“Wir machen doch nur friedlich Musik”) und verärgerten den Polizisten damit immer mehr.

Ohne uns abzusprechen, wussten wir: Der Moment der Ananas-Rassel ist vorbei. Wir standen auf und gingen, was die Polizisten als Triumph erachteten und darauf auch das Weite suchten.

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Tag 13: Der Aufnäher

Es ist doch ein Klischee, dass man in San Francisco gelegentlich Obdachlose sieht, die sich mangels Sanitäranlagen auf der Strasse erleichtern.

20 Sekunden, bevor wir den Laden betraten, in dem ich diesen lustigen Aufnäher (dessen tieferen Sinn ich nie wirklich verstanden habe) kaufen würde, kackte eine Frau mittleren Alters einfach so auf den Parkplatz nebenan.

Niemand störte sich daran, sie selbst erst recht nicht. Ich mag es, wenn sich Klischees vor den eigenen Augen bestätigen. Das ist die wahre Magie des Reisens.

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Tag 12: Die Socken

Alle wollen wissen ob wir streiten. Man kann es sich fast bildlich vorstellen: Einer putzt gerade seine Zähne, der andere macht sonst was, da tritt einer dem anderen auf die Füsse, wobei sich der andere den Kopf anschlägt und gleichzeitig kippt der frisch gebrühte Tee beiden über die Schenkel, Schuldzuweisungen, Geschrei, was mache ich hier eigentlich!

Tatsache ist: Wir streiten nicht mehr und nicht weniger als vorher oder als andere Menschen. Der begrenzte Raum bedingt zwar, dass man zwei, drei Regeln einhält, aber die meiste Zeit verbringen wir ohnehin im Freien. Eine einfache Regel ist: Wenn einer etwas im Bus macht (Zähne putzen, Tee kochen, etwas suchen), dann bleibt der andere passiv, sprich bewegungslos (lesend, trinkend, redend, oder überhaupt nicht anwesend).

Diskussionen zu Haushaltsarbeiten gab es bei uns schon immer selten, aber die gehen jetzt gegen 0. Denn die Arbeiten in einem Van beschränken sich auf ein absolutes Minimum: Kochen, Beseli schwingen, Wäsche zur Wäscherei bringen. Easy.

Falls es doch einmal krachen sollte, haben wir glücklicherweise von unserem Freund Friedl eine Lösung erhalten: Socken. Zum Abschiedsfest wurden wir mit einem türkisen Paar beschenkt, von welchem wir im Falle eines Streits jeweils einen anziehen sollen – um uns umgehend wieder zu vertragen.

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Tag 11: Der Türgriff

Ich weiss, technisch gesehen gehört der Griff zum Auto und ist deshalb nicht ein Ding an sich. Aber: Dieser Türgriff ist ziemlich neu. Soll gelten.

Die Menschen reagieren manchmal erschreckt, wenn sie hören welche Länder wir besuchen. Mexiko, Honduras, El Salvador: Das sind doch die Länder mit den höchsten Mordraten der Welt! Der Cousin von der Freundin vom Onkel wurde dortunddort imfall ausgeraubt! Die Leute sind alle kriminell und Polizisten korrupt!

Womöglich fühlten sich einige dieser Menschen bestätigt, als sie vom Einbruch hörten. Damit muss man rechnen, wenn man dort verkehrt!

Dem Auto ist ja damals nichts passiert. Und überhaupt: Der gefährlichste Ort, den das Auto jemals gesehen hat, ist Zürich. Innerhalb weniger Wochen wurde es auf der Strasse so oft malträtiert, dass wir gezwungen waren, eine Einstellhalle zu finden. Beide Rückspiegel mussten dran glauben und eben auch der Türgriff, welche abgebrochen und geklaut wurde.

Was ist schlimmer? Etwas zu klauen, weil man sonst nichts hat – oder etwas kaputtzumachen, weil man nichts Besseres zu tun hat?

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Tag 10: Die Sonnenbrille

Dinge, die vor dieser Reise unnötig waren, aber währenddessen unentbehrlich sind: Ein Beseli (ohne Schüfeli) und eine korrigierte Sonnenbrille.

Vor Reiseantritt kostete die Sonnenbrille 300 mühsam verdiente Franken. Danach wurde sie unbezahlbar. Meine tägliche Begleiterin. Ich trug sie von Anfang an so oft, dass mir von meiner richtigen Brille bald schlecht wurde.

Traurig, dass sie mir schon nach zweieinhalb Monaten abhanden kam. Wie? Ich weiss noch: Es war Sonnenuntergang, am Burning Man. Die Sonne sinkt in der Wüste ziemlich schnell in die Dunkelheit. Wir radeln zum Van zurück und ich erinnere mich, wie ich die Sonnenbrille auf der Nase liess, weil ich auch im Halbdunkel besser mit als ganz ohne Brille sehe. Wir kommen im Camp an, überreden jeden unserer Nachbarn zu zwei Vodka-Shots aus dem Eierbecher und am nächsten Tag war die Sonnenbrille weg.

Es ist erstaunlich, wie locker 300 Franken auf einmal sitzen können. Wenn man liebt, dann kommen einem 300 Franken gar günstig vor! So bestellte ich ohne zu zögern die identische Brille noch einmal.

Die erste Sonnenbrille. Dies war unser letzter gemeinsamer Tag.

Die erste Sonnenbrille. Dies war unser letzter gemeinsamer Tag.

 

Tag 9: Der Kugelschreiber

Ein normaler Dienstag im Osten Mexikos. Eine unbekannte Täterschaft verschafft sich Zugang zu einem Volkswagen-Camper mit Schweizer Kennzeichen. Sie entwendet die Kameratasche, welche zu ihrer Freude schön to go zwischen den Sitzen liegt. Das Diebesgut ist für immer über alle Berge, da kann auch Herr Alvarez (sic!) auf der Polizeistelle einige Stunden später nichts mehr ausrichten.

Das mit den Kameras ginge ja noch, aber irgendein Schlaumeier hatte auch das Laptop-Ladekabel in die Tasche gesteckt. Wir ergeben uns unserem Schicksal und fahren in das nächstgelegene Einkaufszentrum. Office Depot, amerikaweit das wichtigste Geschäft für Büroutensilien, würde uns für fast 100 Franken aus der Klemme helfen. Denn so viel kostet ein Ladekabel für ein Macbook, mindestens. Nur so können es sich die Halunken von Apple leisten, ein Macbook Air für 1000 Franken zu verkaufen. Weil sie nämlich wissen, dass mindestens die Hälfte der Leute irgendwann ein neues Kabel braucht. Oder ein neues Motherboard für 500 Franken, so wie wir (ja, das Leben meinte es gut mit uns damals im März), einige Wochen später. Aber das ist eine andere Geschichte.

Office Depot also. Wir steuern direkt auf die Vitrine mit dem Apple-Zeug zu und erspähen das richtige Ladekabel. Der Mitarbeiter erschrickt ein wenig, als wir ihm zeigen, was wir wollen. Er verschwindet für lange Zeit im Lager. Kurz übermannt uns die Angst, er hätte uns sozusagen in real life geghostet – aber er kommt zurück. Mit dem Manager im Schlepptau. Der Manager hat einen Schlüsselbund dabei. Mindestens dreissig Schlüssel musste mal jemand an diesem Schlüsselbundring einfädeln. Der Manager steckt jeden einzelnen Schlüssel in das Schloss der Vitrine. Als er durch ist, noch einmal. Er beginnt zu schwitzen.

Am Ende werden wir 30 Minuten gewartet haben, bis sich auch der Manager seinem Schicksal ergibt und uns fragt, ob wir die Box überhaupt bräuchten. Wie bitte? Ja die Box, er könne die Vitrine nicht öffnen, aber er habe das Produkt im Lager, einfach ohne Box, die sei in der Vitrine.

An der Kasse klauen wir den Kugelschreiber, als Wiedergutmachung. So krumm ist er nur, weil es später einmal sehr heiss wurde im Auto.

Apropos Auto. Schon lustig, dass die unbekannte Täterschaft ohne etwas kaputtzumachen ein Auto öffnen konnte und der Manager trotz Schlüssel vor einer verschlossenen Vitrine stand. Ein Vitrinenschloss hätten wir gebraucht!

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Tag 8: Der Ohrring

Manchmal geht man so durchs Leben und ist dermassen mit sich selbst beschäftigt, da könnte man gleich daheim bleiben. Man schaut weder nach links noch nach rechts und erst recht nicht gerade aus. Ignoriert die Kleinigkeiten, die das Leben so besonders machen.

Glücklicherweise wird diese Erde zur gleichen Zeit von Menschen bewohnt, die bei sich sind, aber ganz aufmerksam durchs Leben gehen. Wenn diese beiden Personen aufeinandertreffen, dann sprühen Funken.

So ähnlich Emelie und ich uns im Innern sind, so verschieden ist unsere äussere Erscheinung. Emelie ist eine lange Person, ihr Haar ist so blond, dass es weiss ist. Ich gehöre eher zur kurzen, dunklen Sorte. Miteinander sind wir die Verkörperung von Tag und Nacht im Sommer.

Wir schlenderten wie jede Woche durch den kleinen Sonntagsmarkt in El Pescadero, kannten in der Zwischenzeit bereits die meisten Standbetreiber. Emelie blieb an einer Kette hängen. Der Stein daran glänzte wie ihr eigenes Haar. Wenn ich mich recht erinnere, kostete sie 40 Dollar.

Aber weisst du was, ich schenke sie dir, sagt die junge Dame, welche die Kette hergestellt hatte.

Im selben Moment entscheide ich, eine andere Kette zu kaufen, auf welche ich schon seit Wochen ein Auge geworfen hatte. Sie will mir einen Rabatt geben, aber ich bestehe darauf, den vollen Preis zu zahlen.

In diesem Fall möchte ich, dass du dir etwas aussuchst, egal was.

Das kann ich nicht annehmen.

Doch. Wenn immer ich meinen Schmuck mache, stelle ich extra ein Drittel mehr her, das ich verschenken kann. Ich schaue, dass ich genügend Einnahmen habe, aber den Rest gebe ich so weg. Das macht mich viel glücklicher als die Dinge, die ich verkaufe.

Da waren sie: die Funken.

Ich entschied mich für das Paar Ohrringe mit dem kleinen Mondstein.

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Tag 7: Das Koala-Kissen

Das Koala-Kissen stammt aus einem Land vor unserer Zeit. Aus einer Zeit, in welcher wir uns noch ohne darüber nachzudenken unnütze Kissen für 65 Franken gekauft haben. In einem Land, in welchem ein kleines Koala-Kissen 65 fucking Stutz kostet.

Warum wir uns nicht für das Bambi oder den Hund entschieden haben, kann ich ehrlicherweise nicht mehr sagen. Aber ernstzunehmende Quellen im Internet haben mir soeben mitgeteilt, was zu tun ist, wenn einem der Koala erscheint. In meinem Fall ist das ja mehrmals täglich.

Die Quellen sagen, dass der Koala ein Tier aus der Traumwelt ist, da er 20 Stunden am Tag schläft. Wer einen Koala sieht, der weiss: Es Zeit zum Chillen. Vermeide jede Form von Stress. Ruhe dich aus. Erledige die Dinge im Schlaf.

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, war das Koala-Kissen die 65 Franken absolut wert.

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Tag 6: Der Umwandler

Der Umwandler macht, dass die Energie von der Solarzelle in der richtigen Stärke beim Stecker ankommt. Wie er genau umwandelt, weiss ich nicht. Ich weiss nur, was dabei herauskommt: Strom für das Handy und den Wasserkocher. Das ist der Job des Umwandlers. Das und sonst nichts. Unserer aber ist ein absoluter Dramaking.

Der Umwandler hat einen Knopf, mit dem er einzuschalten und auszuschalten ist. Wir schalten ihn morgens jeweils an und abends wieder aus, um Strom zu sparen. Denn wenn der Umwandler eingeschaltet ist, frisst an die zehn Prozent der Batterie.

Dies wäre die langweiligste Geschichte der Welt, wenn der Umwandler nicht die lustigsten Geräusche von sich gäbe. Der Einschaltton schwingt leicht positiv durch den Raum, ächzt aber trotzdem wie ein alter Mann, der gerade versucht, sich mit Schwung aus dem Bett zu hieven. Der Ausschaltton aber trägt die gesamte Misere der Menschheit in sich. Er ist unangenehm laut und schrill – und gegen Ende (nach einer Sekunde) klingt er in tiefere Tonlagen ab, als würde der Umwandler in diesem Moment dramatisch absterben.

Man muss von ungewöhnlich robuster Natur sein, um sich von all dem Drama nicht den Abend verderben zu lassen. Es gelingt mir mit jedem Abend besser.

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Tag 5: Der Moskito-Schläger

Wir befinden uns am Pazifik. Es regnet mehrmals täglich. Ist ja auch Regenzeit. Die Moskitos lieben das. Sie leben hier zu Tausenden. Dank Moskitonetz können wir sie mehr oder weniger aus unserem Wohnraum halten.

Gestern ging ich duschen. Die Duschkabine wird von mindestens 100 Moskitos bevölkert. Das kann man ihnen nicht verübeln. Dort drin ist es schön feucht und sie sind vor dem Regen geschützt. Ich wusste also: Wenn ich Regen imitieren kann, dann würden sie mich in Ruhe lassen. Schnell stellte ich das Wasser an und fuchtelte so lange herum, bis sie alle an den Wänden Platz genommen hatten.

Sandro hasst Moskitos sehr. So sehr, dass er sie brennen sehen will. Darum hat er sich entschlossen, einen elektrischen Moskito-Schläger zu kaufen. Seitdem teilen wir uns das Bett mit dem Ding.

Ich erzählte ihm nichts von der Invasion in der Dusche und begann zu lesen, als er nach Seife und Handtuch griff. Aber nur so lange bis ein Geräusch meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Es klang wie ein kleines Feuerwerk. Ein Feuerwerk des Todes. Ich stellte mir die Szene vor, die sich gerade in der Kabine abspielen musste: Ein nackter Mann und sein Moskito-Schläger. Sein Grinsen eine Mischung aus Anstrengung und Befriedigung.

Ich schüttelte meinen Kopf. Aus Belustigung und auch ein wenig, um das verstörende Bild aus meinem Gehirn zu schubsen.

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Tag 4: Das Kleid

Das Kleid war früher ziemlich blau. Heute ist es eher weiss. Es ist das perfekte Kleid für alles. Für heisse Sommertage und für wenn man keine Lust auf Unterwäsche hat. Für süss aber trotzdem casual. Für wenn man gerade aufgestanden ist.

So habe ich Mama in diesem Kleid Erinnerung. Sonntagmorgens beim Frühstück. Sie ist 180 Zentimeter gross, ihr geht das Kleid nur bis knapp unter den Po. Mir reicht es bis zur oberen Kniekante, darum traue ich mich damit in die Öffentlichkeit, im Gegensatz zu ihr.

Da sind aber auch Erinnerungen an das Kleid, die nicht mir gehören. Die ich erzählt bekommen habe. Meine Oma Elisa hat das Kleid damals für meine Mama genäht. Mama war schwanger, mit mir, ihrem ersten Kind. Ich lebte also bereits in dem Kleid, lange bevor ich die Sonne zum ersten Mal sah, und noch viel länger bevor ich es Mama aus dem Schrank stibitzen konnte.

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Tag 3: Das Walplakat

(nicht zu verwechseln mit Wahlplakat)

In San Francisco gibt es nur einen Campingplatz. Dieser kostet fast 100 Dollar pro Nacht. Leider weit über unserem Budget. Die einzige Möglichkeit, trotzdem in den Genuss der Stadt zu kommen: Stealth Camping. Das heisst, unauffällig (in SF notabene auch verbotenerweise) mitten in einer Stadt zu campen.

Dies taten wir schliesslich für vier Nächte. Nach einigen Stunden des Herumkurvens befanden wir das Wohngebiet am Ocean Beach für gut (ruhig, sicher, einige andere Camper zu sehen) sowie den Vista Point in Sausalito (Recreational Area, von Gesetzes wegen ist es erlaubt, sich dort acht Stunden zu erholen), mit einer absolut fabelhaften Sicht auf die Golden Gate Bridge.

Der fast perfekte Plan. Das einzige Problem beim Stealth Camping: Während des Tages hat man den Camper an der Backe. Beim ersten Tagesparkplatz hatten wir ein gutes Gefühl – bis wir die Scherben auf dem Trottoir bemerkten. Wenn man weiss, dass das eigene Haus unter Umständen nicht sicher ist, ist es fast unmöglich, sich locker zu machen.

San Francisco erlebten wir also zu einem Grossteil per Auto und versuchten, es so gut es geht in Sichtweite zu wissen. So auch als wir das lustige Geschäft besuchten, in dem ich das Walplakat fand. Ich liebe Wale, sie erinnern mich daran, wie klein ich bin. So wie das Universum. Sandro reagierte eher kritisch auf das Plakat, wie bei allem, das den Van so offensichtlich verschönert. Ich kaufte es trotzdem. Und dann passierten zwei magische Dinge.

Erstens passte das Stück Papier auf den Millimeter genau an die Wand zwischen Fenster und Bücherregal. Zweitens erfuhr ich später, dass das identische Plakat im Kinderzimmer der kleinen Lucie (Zürich!) hängt. Da hat das Universum mal wieder mitgespielt. Und die Wale auch.

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Tag 2: Die Hummel

Meine Schwester hat mir das kleine Hummeli aus Stoff geschenkt. Ich habe eine ambivalente Haltung zu meinem Familiennamen – eigentlich zu all meinen Namen. Das geschenkte Hummeli verkörpert perfekt, was die erste Assoziation zum Namen Hummel ist: herzig, putzig, pummelig. Wer will schon einen putzigen Nachnamen haben?

Hinzu kommt, dass er irgendwie nicht zu meiner Erscheinung passt. Jemand – zugegebenermassen nicht das hellste Glühwürmchen, um ein weiteres Insekt zu bemühen – hat mal gesagt: Du hast einen deutschen Namen, sprichst wie wir, siehst aber nicht so aus! Das könnte man natürlich als rassistisch abtun, aber das Glühwürmchen hatte schon einen Punkt. Es ist auch verdammt verwirrend.

Auf Facebook heisse ich Gabriella Kathleen Hummel. Das ist tatsächlich mein richtiger Name. Der Hauptgrund für diese ungewöhnliche Mischung ist dem einfachen Umstand geschuldet, dass Mama Doppelbuchstaben super findet. Darum ignorierte sie grosszügig, dass Gabriella mit zwei L nirgends ausser in Italien Sinn ergibt und sie selbst den Namen Kathleen gar nicht richtig aussprechen kann.

Der Name Hummel kommt aus dem Schwarzwald. Urgrossvater Hummel hat sich damals, noch vor dem ersten Weltkrieg, auf in die weite Welt gemacht. Gelandet ist er in Buenos Aires. So wie die meisten meiner anderen Vorfahren (nicht von allen kennen wir die genaue Herkunft – Mama glaubt, dass wir mit Sicherheit indigenes Blut in der Familie haben, welches mein Aussehen erklären soll): aus Rumänien, aus Spanien, aus Italien, aus Liechtenstein. So kommt es, dass ich die Tochter von zwei Argentiniern bin und Hummel heisse.

Ob ich unter meinen Namen leide? Bestimmt nicht. Ich hatte ja 27 Jahre Zeit, mich daran zu gewöhnen. Gestern waren wir im Entomologischen Museum hier in León. Der Mann dort kannte meinen Namen nicht, erzählte uns aber eine lange Geschichte über die Hummeln. Wie nur sie bestimmte Blumen bestäuben können, weil sie eben so pummelig und stark sind. Und wie heute künstlich Erdhaufen geschaffen werden, damit die Hummel ihr Erdloch graben kann und nicht ausstirbt. Er war ein grosser Fan der Hummel. Das fand ich schön.

Pummelig und stark: die Hummel.

Pummelig und stark: die Hummel.

Tag 1: Der Anhänger

Steve ist blond. Er trägt sein Haar lang. Ein Hippie, wie er im Bilderbuch steht. Steve hat einen VW-Bus. Dessen Interieur hat er in jahrelanger Detailarbeit von Hand bemalt. Sieben Jahre lang, um genau zu sein. Steves VW-Bus steht jetzt neben unserem VW-Bus. Das ist kein Zufall, sondern der erste Tag im VW-Bus-Camp am Burning Man Festival.

Steve ist alleine da, darum bieten wir ihm sofort einen Stuhl – dieses billige Exemplar aus dem Amazon-Onlineshop wird die Woche in der Wüste nicht überleben – und ein Bier an. Er schenkt uns zum Dank einen seiner Pilze, die er über drei Bundesstaaten-Grenzen geschmuggelt hat. Wir haben beide noch nie Pilze konsumiert und finden Bier an einem Ort wie diesem schon irgendwie genug. Wir versprechen Steve aber, dass wir uns das vertrocknete Häufchen bald genehmigen werden.

Nach einer Weile raffen wir uns auf und besteigen unsere Velos in Richtung noch mehr Spass und unvorhergesehenen Überraschungen. Nur zehn Minuten später, vor den Toren des Holzmannes, der Ende Woche brennen wird, überrascht uns ein Sandsturm und wir verlieren Steve. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass wir unseren lieb gewonnenen Nachbarn erst drei Tage später wiedersehen würden.

In den kommenden drei Tagen erfinden wir in lustigen Momenten allerlei Spitznamen für unseren verschollenen Nachbarn: Digesteve ist unser Favorit, vor allem nach Mahlzeiten.

Steve taucht auf, wir trinken wieder gemeinsam Bier. Er fragt uns, ob wir den Pilz schon geschmaust hätten. Wir sagen, wir wollen ihn für einen besonderen Moment aufbewahren. Vielleicht für den Abend, an dem der Man verbrannt wird. Oder gar der Tempel! Digesteve findet, das sei eine hervorragende Idee. Er ist so gerührt von dieser Nachbarschaftsliebe – wohl auch, weil er seit mindestens 72 Stunden auf Pilzen ist – dass er uns einen Anhänger aus Glas schenkt. Selbstgemacht sei er.  Er steigt auf sein Velo und ist abermals für drei Tage verschwunden.

Am Morgen des vierten Tages seit der Anhänger-Übergabe sind Digesteve und sein VW-Bus weg. Und der Pilz? Der lag noch drei weitere Tage herum und schrumpelte vor sich hin.

Steves handgemachter Anhänger.

Steves handgemachter Anhänger.

Herzlichst willkommen zu meiner 30-tägigen Schreib-Challenge #30dinge30geschichten!

Am 15. Juni 2017 habe ich mir vorgenommen, täglich eine Geschichte zu einem Gegenstand zu schreiben, der sich in meinem Haus Camper befindet. Die Idee kam mir spontan an einem Nachmittag in Nicaragua. Ich schaute so herum und bemerkte auf einmal, dass ich zu jedem Ding etwas erzählen könnte.

Ich will den Gedanken nun gar nicht zu sehr hinterfragen, sondern sehen, wohin mich der kommende Monat führt. Viel Vergnügen! (Und bitte sei nachsichtig, wenn nicht täglich etwas online kommt. Wir haben nicht immer Zugang zu Wifi. Aber ich werde jeden Tag schreiben und nachliefern, versprochen.)